Der Fokus dackelt

Eine Fotografenbeziehung ist etwas Wunderbares. Unsere jedenfalls. Wir haben am Ende des Tages mindestens einen Grund um hemmungslos zu lachen, auch wenns mal nicht nach Plan lief. Wie heute. Der Kampf mit den passenden Autofokuseinstellungen im manuellen Modus. 

Spätestens dann, wenn man versucht, irgendwie einen Vogel im Flug zu fotografieren, kommt zur Blende, Belichtungszeit und ISO-Wahl noch die Wahl der richtigen Fokuseinstellung. Einfach, denken jetzt sicher die erfahrenen Naturfotografen unter euch. Alles entspannt. Ja ne, ist klar. Irgendwann vielleicht. 

Wenn man endlich mal den Dreh raus hat. Zu einer Basiseinstellung von einer Belichtungszeit zwischen 1/1000 sec. und mindestens 1/2000 sec., bezogen auf Fluggeschwindigkeit, Erdrotation, Größe des Federviehs und Distanz bei mittlerer bis weiter Blendenöffnung, einer ISO, die den momentanen Lichtverhältnissen exakt angepasst ist, kommt noch ein dynamischer Autofokus mit 9 oder mehr Messfeldern. Achtung jetzt wirds knifflig. 9  Messfelder eignen sich relativ gut für etwas besser genährte, mittelgroße Vögel, die sich gemütlich von A nach B bewegen. Dazu zählen nicht, und darauf ist wirklich zu achten, todesmutige Rabenvögel, die meinen, sie sollten jetzt mal für den Hobby-Fotografen posen. In diesem Fall eignet sich die Erhöhung der Messfeldanzahl. Nikon sei Dank, es gibt noch den 3D Modus für solche Fälle. Dank Wahrscheinlichkeitsrechnung erahnt unsere Kamera nun, wohin sich der Gefährte wohl bewegen wird. Coole Sache, noch besser als 51 Messfelder, das probieren wir aus.

Aber, der 3D Mode ist nicht immer optimal. Ausnahmen bestätigen die Regel. Kommt ein ganzer Schwarm Gänse ins Spiel, dackelt der Autofokus wie irre rum. Mehrere potentielle Ziele auf einmal in ein Wahrscheinlichkeitsmodel miteinzubeziehen, ist definitiv nichts für die Kamera. Da heißt es dann selbst eine Entscheidung treffen, als vollmündiger Fotograf.

Landet aber während man gerade die Gänseschar anvisiert eine kleine Meise im Busch neben uns, heißt es schnell sein. Es könnte sich dann ausgehen, ein super Bild zu machen, oder auch nicht. Voraussetzung dafür ist ein blitzschneller Wechsel hin zu einem Einzelfokus. Solang der Zwerg brav sitzt, beste Voraussetzungen für ein Traumbild. Beginnt besagte Meise aber mit dem Flügel zu schlagen gibts nur Eins: Wechsel auf Dynamisch und die harte Entscheidung: 9, 21, 51 oder 3D. Auswahl treffen und los gehts.

Derweil dürften die Gänse schon ziemlich nah sein, die Fokuseinstellung wird bei Bedarf nochmals blitzartig geändert und schon hat man die nächste Chance auf tolle Bilder. So einfach ist das, in der Theorie jedenfalls. Da dackelt dann fast nichts, bestenfalls gar nichts und das Fotografen-Herz schlägt höher. Wenns nicht geklappt hat, war defintiv die Mondphase schuld, die Vögel litten an Depressionen und änderten ihr Verhalten oder schlichtweg das Wetter, wie immer. 

Jedenfalls haben wir unseren Spass mit solchen Themen. Probieren viel aus, lernen dazu und lachen über unsere Fehler. So soll es sein.
Neben einer Reihe von einigen tollen Bildern an diesem Nachmittag wollen wir euch natürlich eines nicht vorenthalten. Ein Rabe, den wir echt gut erwischt haben. Wir sind zumindest zufrieden damit und haben wieder viel gelernt. Viel Spass damit und bis zum nächsten mal. 

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