„Wir geben die Landschaft zurück…“

„Wir geben die Landschaft zurück: ökologisch wertvoll (…)“

so lautet das Zitat aus einer Informations-PDF der Mitteldeutschen Braunkohle AG (kurz MIBRAG) über das Abraumfeld Schleenhain, welche im Internet für jedermann beziehbar ist. Wir begrüßen euch zu einem weiteren Blogbeitrag von uns. Heute mal mit einem etwas nachdenklichen Thema was uns aber irgendwie alle angeht. Dem Braunkohletagebau. Nun wir waren wieder einmal Vorort, am Aussichtspunkt, für den geworben wird. Jetzt im Winter. Daher nicht wegrennen, es gibt sicher viel Interessantes und auch einige Bilder. 

Wer mit dem Begriff Schleenhain noch nichts verbinden kann, dem stellen wir gerne ein paar Daten zur Verfügung.

  • Schleenhain ist eines der aktiven Braunkohleabbaufelder in unserer Region.
  • Jährlich werden hier bis zu 11 Mio. Tonnen Braunkohle im aktiven Tagebau gewonnen,
  • Jährliche Abraummenge von 30 bis 38 Mio. Kubikmeter.
  • Gesamtwasserhebung 35-44 Mio. Kubikmeter pro Jahr

Diese Zahlen findet man auf der Homepage der MIBRAG. Immense Zahlen auf dem Papier, wenn man aber wirklich vom Aussichtspunkt in die Grube blickt, ist der Eindruck noch viel, nun wie sollen wir euch das beschreiben, viel gigantischer, verheerender, es scheint, dass es kein Wort dafür gibt. Eine Mondlandschaft liegt zu unseren Füßen, Krater wohin man schaut, einst gab es hier Felder, nun gibt es Schutthalden.

Aber, so entnimmt man einer Informationsbroschüre:

„Moderner Tagebau und Wiedernutzbarmachung gehören heute untrennbar zusammen. MIBRAG plant und gestaltet gemeinsam mit der Regionalplanung, den Kommunen, Behörden, Verbänden und Bürgern eine vielseitig nutzbare und ökologisch wertvolle Landschaft nach dem Bergbau. (…)“ 

Es ist auch richtig, nachdem der Braunkohleabbau eingestellt wird, wandelt die MIBRAG bzw. die LMBV (Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau Verwaltungsgesellschaft) die sogenannten Tagebaurestlöcher wieder um in Seen, Ackerland und anderes. Die Kommunen dürfen dabei mit entscheiden, was aus den Restlöchern hier werden soll. Da wir hier in einem sehr aktiven Bergbaugebiet wohnen, haben wir eine Menge an Seen und flachem Ackerland, dort wo einst Braunkohle gefördert wurde. Aber das dauert eben viele Jahre. Im Schnitt rund 40-50 Jahre wird Kohle abgebaut und dann dauert der Rückbau noch einmal 15-20 Jahre. Also eine ganze Generation muss mit der zerstörten Natur leben. 

Man darf also gespannt abwarten, was aus Schleenhain werden wird, wenn die Maschinen stillstehen und die letzte Kohle gefördert wurde, anscheinend  soll dies 2023/24 der Fall sein. 

Nun wird es sicher einige geben, die sagen,

„Das bringt Arbeitsplätze und das ist doch wichtig“.

Wir wollen hier auch gar nicht den Finger heben, aber wer das ganze mal mit eigenen Augen gesehen hat. Wer mal die künstlichen Seen und Felder gesehen hat, der kommt vielleicht doch ins Grübeln, ob 2660 Arbeitsplätze es rechtfertigen die Natur so kaputt zu machen oder ob diese 2660 Arbeitsplätze in einem modernen Energiezweig nicht sinnvoller beschäftigt wären. Rechtfertigen Arbeitsplätze und wirtschaftliche Interessen wirklich immer den Raubbau an der Natur? Aber macht euch einfach selbst ein Bild. Wir wollen gar nicht verurteilen, sondern mit unseren Bildern nur die Realität aufzeigen und zum Nachdenken anregen. Sicher heute war keine Licht da und alles sehr dunstig, aber man bekommt dennoch ein gutes Bild vom Ganzen.

Gerne könnt Ihr uns auch eure Meinung zu dem Thema in die Kommentare schreiben. Wir wünschen euch einen schönen Restsonntag und bis bald. 

Absetzer über 150m lang
Ein Blick über die Kraterlandschaft

Aufgerissene Erde soweit das Auge reicht

Und weiter wird gebaggert

Halden mit dem Braunkohlekraftwerk im Hintergrund
Vernebler zur Reduktion von Staub

Sind wir hier auf dem Mond ?
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