Unser vierbeiniger Begleiter

Es gibt uns noch. Viele von Euch werden sich gedacht haben, dass unser Blog nicht mehr weiter existiert, wir aufgehört hätten oder die Lust verloren hätten. Dem ist nicht so, der Grund für unsere lange Abwesenheit hat vier Pfoten, ein schwarzes dichtes Fell, wache Augen und begleitet uns seit nun drei Monaten überall hin: Milow, der taube Labrador.

Für die Leser, die nun eigentlich auf einen Bericht über unsere letzten Foto Sessions warten, sei gesagt, den gibt es ein anderes Mal. Heute möchten wir zurückblicken. Wir möchten Euch Milows Geschichte erzählen, die Geschichte eines Vierjährigen, tauben Hundes, der schon durch fünf Hände gereicht wurde und wieder ein neues Zuhause suchte und nun, da wir diese Zeilen schreiben, neben uns schläft.

Wir haben uns lange Zeit darüber unterhalten, wieder einen Hund als Begleiter zu haben und es war wirklich ein langer Entscheidungsweg. Aber nach vielen Gesprächen sind wir zum Entschluss gekommen, dass wir gerne wieder einem Hund ein Zuhause schenken würden, mit allen Konsequenzen, welche auch die Fotografie betreffen. Es wird einfach nicht mehr möglich sein, gewisse Orte zu besuchen und zu fotografieren, da Hunde oft nicht erlaubt sind, das fängt schon in Parkanlagen an. Dafür haben wir aber einen Begleiter, der stundenlang mit uns durch die Natur streifen kann, mit uns die Schönheit der Berge genießt, am Ufer eines Sees dösen kann oder auch die Wälder und Felder unserer Region mit uns gemeinsam erkundet. Diese Vorstellung reichte uns für eine Entscheidung aus. Wir haben die nötige Zeit für einen Hund, wir passen unsere Arbeit als Fotografen den Bedürfnissen des Tieres an und wir übernehmen gerne wieder die Verantwortung für einen Hund. Auch wenn dies bedeutet, dass wir in gewissen Bereichen nicht mehr tätig sein können und werden.

Aber Hund ist nicht gleich Hund. Rassehund oder doch lieber Promenadenmischung? Muss es ein Welpe sein oder darf er doch älter sein? Wo findet man seriöse Züchter oder wendet man sich an das nahe Tierheim? Welche Rasse passt überhaupt zu mir und meiner Lebenssituation? Fragen über Fragen, die man sich ehrlich beantworten muss. Manchmal findet wohl der Hund seine Menschen, könnte man meinen. Es war ein Zufall, dass wir bei der Suche nach einem Züchter, eine kleine Anzeige lasen: „Neues Zuhause für Labrador wegen Hundehaarallergie dringend gesucht.“ Es war in der Woche vor Heiligabend, wir waren gerade in den Vorbereitungen für das Weihnachtsfest als Milow bei uns einzog und bald war klar, dass er ein toller Hund mit einem großen Labi-Herz ist.

Man sagt immer, dass Hunde ihre Zeit brauchen, um anzukommen. Wir gingen also auch davon aus, dass er ein paar Wochen brauchen würde, um sich an uns und sein neues Zuhause zu gewöhnen. Über seine Vergangenheit wussten wir nicht viel. Er wäre ein braver Hund, der oft Pech gehabt und schon fünf Vorbesitzer gehabt hätte (und das im Alter von Vier Jahren). Er würde nicht immer hören und es könnte schon mal etwas dauern, wenn man in ruft. Na ja, eigentlich keine große Sache, dachten wir uns. Er würde es schon noch lernen. Schließlich ist er nicht unser erster Hund und mit etwas Training wird sich das schon geben. Nun Milow war noch keine 48 Stunden bei uns, wir machten uns schon Gedanken wegen der Knallerei an Silvester, das ja bevorstand, da viel uns auf, dass er keinerlei Reaktion auf laute Geräusche zeigte. Er reagierte auch nicht auf seinen Namen. Kein Blick, kein Spitzen der Ohren oder Drehen des Kopfes. Es kam gar nichts von ihm. Wir stellten uns das erste Mal die Frage, ob er ein Problem hatte und ja, es wurde uns vom Tierarzt bestätigt, dieser Hund hatte ein Problem. Er war taub. Das war auch der Grund weshalb dieser Hund so viele verschiedene Besitzer hatte. Wer wollte schon einen tauben Hund. Das bedeutet doch für den Menschen, dass es kein NEIN gibt oder andere verbale Kommandos. Einen solchen Hund auszubilden würde von einem Menschen verlangen, komplett umzudenken und leider gibt es noch viele Menschen, die einen solchen Vierbeiner einfach abschreiben obwohl man durchaus mit viel Geduld den Hund auf Sichtzeichen schulen kann.

Für uns war seine Taubheit von Anfang an, kein Grund an der Entscheidung zu zweifeln. Wir haben uns für Milow entschieden, egal ob er taub ist oder nicht. Nur änderte das die Art und Weise des Hundetrainings. Die Arbeit mit Milow ist intensiv und für alle Beteiligten eine Herausforderung. Aber Milow überrascht uns jeden Tag aufs Neue. Er ist ein toller, aufgeweckter, verspielter und auch sehr verschmuster Hund, der lernen will.

Unser Dicker hat schon sehr viel geschafft in den vergangenen Wochen. Zu Beginn war er der typische Leinenrowdy. Entspannt am Waldrand laufen, Fehlanzeige, er hatte seine Nase wirklich überall. An Fotografie und Hund dachten wir damals nicht. Heute läuft er schon entspannt neben uns her, wenn wir fotografieren liegt er im Gras und genießt die Sonne. Er liebt es zu schwimmen und apportiert für sein Leben gerne. Milow gehört nun, wie die Fotografie auch, zu unserem Leben. Viele schöne Bilder sind in den letzten Wochen entstanden und meist gibt es bei jeder Fototour auch immer ein paar neue Bilder von Milow, unserem tauben, schwarzen Labi mit dem großen Hundeherz, der trotz seiner Geschichte den Glauben an die Menschen nicht verloren hat.

Der heutige Beitrag ist somit etwas länger geworden als gewohnt. Wir hoffen jedoch, dass er euch gefällt. Wie immer könnt ihr uns gerne einen Kommentar hinterlassen. Bleibt uns treu, euer Junimond-Team. Viel Spaß mit einem unserer Lieblingsbilder von Milow vor der Kulisse der österreichischen Zentralalpen, welches wir auch beim Fotowettbewerb von Julius-K9 präsentieren werden.

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